Dienstag, 18.11. 2025
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Weiterbildungs- und Unterstützungsbedarf in der GGV

Das DGE-Projekt „IN FORM in der Gemeinschafts¬gastronomie und verpflegung“ hat die Ergebnisse einer Online-Befragung (Mai-Juni 2025) und von Tandem-Interviews (September-Oktober 2025) gemeinsam ausgewertet.

Von der Befragung konnten nun die Antworten von 287 Teilnehmer*innen ausgewertet werden. Zusätzlich wurden in Telefon- bzw. Online-Interviews 2 Einrichtungsleitungen und 17 Küchenpraktiker*innen nach Ihren Bedarfen im Bereich Weiterbildung und Unterstützung befragt.
Um den Bedarf bei einer großen Auswahl an Schulungsmitteln zielgerichtet zu ermitteln, wurden die Online-Befragten für die Frage nach dem geeigneten Format in drei Gruppen, je nach beruflicher Verantwortung, aufgeteilt.


Ergebnisse Online-Befragung

Die Ergebnisse zum bevorzugten Format der Weiterbildung ergeben ein differenziertes Bild. So präferieren Küchenleitungen Seminare in Präsenz-, Online- oder Hybridform (34,3 %), gefolgt von digitalen E-Learning-Angeboten (28,3 %). 
Ein eindeutigeres Bild zeigt sich bei den Küchenmitarbeitenden. Hier werden Seminare am häufigsten genannt (56,4 %), der Anteil der Kategorien „Flyer, Broschüren, Leitfäden, etc.“ (20,5 %) und „E-Learning Angebote“ (15,4 %) liegen deutlich darunter. Diese Verteilung legt nahe, dass Mitarbeitende ohne Leitungsfunktion möglicherweise andere Zugänge zu Lerninhalten benötigen – etwa praxisnähere, visuell unterstützte oder direkt arbeitsplatzintegrierte Schulungsformen.

Auch beim Ausgabepersonal wird dieser Trend bestätigt: Hier entfallen 70 % der Nennungen auf die Kategorie „Seminare“. „Flyer, etc.“ (20 %) und „E-Learning“ (10 %) wurden, wie bei den anderen befragten Gruppen, weniger gewünscht. 


Tandem-Interviews favorisieren Präsenz-Seminare vor Online-Angeboten

Seminare in Präsenz werden von den befragten Küchenpraktier*innen bevorzugt, weil sie zum einen das konzentrierte Auseinandersetzen mit den Inhalten fördern und die Möglichkeit zum Nachfragen und Austausch bieten. Mehr Flexibilität sehen die Interviewpartner in Online-Veranstaltungen oder E-Learnings, die aber immer eher im Hinblick auf jüngere Mitarbeitende als mögliches Fortbildungsformat gesehen werden.
Für die Konzeption zukünftiger Weiterbildungsmaßnahmen in der Gemeinschaftsverpflegung sollten daher die Möglichkeit ortsnaher Angebote genauso berücksichtigt werden wie die wachsende Bedeutung flexibler und innovativer Lernformate.


Stärkung der Küchenkräfte durch Weiterbildung gewünscht

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Seminare bei allen in der Online-Befragung das favorisierte Schulungsformat darstellen, während einfache Informationsmaterialien und digitale Lernangebote erst danach folgen. Die Kategorie „Erklärfilme“ spielt keine bedeutende Rolle im Weiterbildungsgeschehen.
Die Projekt-Recherche zeigt außerdem, dass der DGE-Qualitätsstandard als Thema der Fortbildung wenig und dann mehrheitlich von DGE-Sektionen und Vernetzungsstellen in einzelnen Bundesländern angeboten wird. Mit diesem vorhandenen Angebot kann dem Ziel nach einer Verbreitung der DGE-Qualitätsstandards nur schwer nachgekommen werden.
Der Wunsch nach zeitlich flexiblen Angeboten vor Ort kann nur durch ein Netzwerk an bundesweit agierenden, geschulten Referent*innen gelingen. 
Ein praxisnahes Fortbildungsangebot zu schaffen, ist eine vielschichtige Aufgabe um den Bedürfnissen und Hemmnissen der Einrichtungen in der Gemeinschaftsverpflegung Rechnung zu tragen. Der Wunsch nach Weiterbildung auch zur Stärkung der Küchenkräfte ist uneingeschränkt vorhanden und bietet die Möglichkeit die DGE-Qualitätsstandards mit Hilfe von Fortbildungen direkt an die Praktiker*innen zu vermitteln.