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Schnittstellenmanagement in stationären Senioreneinrichtungen

 

 

In jeder stationären Senioreneinrichtung ist ein Schnittstellenmanagement für die Bereiche Küche, Pflege und Hauswirtschaft vorhanden. Empfohlen wird eine Verfahrensregelung, in der die Verantwortlichkeiten für alle Bereiche einer stationären Senioreneinrichtung festgelegt sind (vergleiche DNQP Expertenstandard).

 

Ein dauerhaft zufriedenstellendes, bedarfsgerechtes Speisen- und Getränkeangebot für Senioren umfasst ein komplexes Aufgabenfeld unterschiedlicher Berufsgruppen in stationären Senioreinrichtungen:

  • Für die Bereitstellung des Verpflegungsangebots ist die Küchen- oder Hauswirtschaftsleitung zuständig. Diese ist auch verantwortlich für die Speisenplanerstellung, die eingesetzten Rezepte und Lebensmittel sowie die Lebensmittelhygiene. Bei Zulieferung von warmen oder zu regenerierenden Speisen ist sie die Kontaktperson des Zulieferers

  • Der Pflegedienst wirkt bei der Sicherung der individuellen Ernährungsversorgung mit und verantwortet insbesondere die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme zur Vermeidung von Mangelernährung

  • Die anderen Berufsgruppen zum Beispiel aus den Bereichen Medizin, Oecotrophologie, Diätassistenz, Logopädie oder Ergotherapie werden im Rahmen der Pflegeplanung hinzugezogen und leisten ihren bewohnerbezogenen Beitrag

Im Rahmen des Schnittstellenmanagements ist festgelegt, wer die Speisen transportiert, serviert und bei Bedarf anreicht sowie die Essenswünsche und Bestellungen erfragt.

Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen ist eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Schnittstellenmanagement. Idealerweise stellt ein Ernährungsteam durch die Kommunikation mit den beteiligten Bereichen sicher, dass ein bedarfsgerechtes Angebot an Speisen und Getränken und bei Bedarf individuelle Therapiemaßnahmen erfolgen.

Für die Lösung von Problemen in der Verpflegung, wie beispielsweise ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Mangelernährung und Krankheiten, wird ein Ernährungsteam zusammengestellt. Hier sind zunächst alle Fachkompetenzen vertreten, die in der stationären Senioreneinrichtung mit der Verpflegung im weitesten Sinne befasst sind. Dieses Team kann sich nach Bedarf aus Mitarbeitern der Bereiche Küche, Pflege, Hauswirtschaft und Service zusammensetzen. Fachkräfte aus den Bereichen (Ernährungs-) Medizin (eventuell mit dem behandelnden Arzt), Diätassistenz, Oecotrophologie, Logopädie und Ergotherapie, sind je nach Krankheit zusätzlich erforderlich. Dies ermöglicht es, für den einzelnen Senior möglichst viele Facetten der Ernährungssituation zu berücksichtigen und eine individuelle Lösung zu finden.

Die Verantwortung für die Verpflegung liegt bei einer Person, die im Rahmen des internen Qualitätsmanagements festgelegt wurde.

 

Die im 13. DGE-Ernährungsbericht veröffentlichte Studie „Evaluation des DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen“ erfragte, neben der Verpflegungssituation in 590 stationären Senioreneinrichtungen, auch Informationen zum Thema Schnittstellenmanagement. Diese Befragung ergab, dass in über der Hälfte der Einrichtungen Verfahrensanweisungen vorlagen und knapp 80 % Stellenbeschreibungen hatten. Etwa ein Drittel der Einrichtungen verfügte über die Beschreibung von Schnittstellen und nur wenige Einrichtungen hatten einen Manager für Schnittstellen.

Koordination der Schnittstellen bei der Verpflegung über „Essen auf Rädern“ zu Hause

Im Sinne eines respekt- und verantwortungsvollen Umgangs mit Senioren, die „Essen auf Rädern“ beziehen, sind eine gute Kommunikation und enge Zusammenarbeit aller beteiligten Personen hilfreich. Dazu zählen beispielweise die Hersteller von „Essen auf Rädern“, Mahlzeitendienste, Pflege- oder Sozialdienste, Ärzte und Angehörige. Besonders bei Problemen, wie fortschreitender Demenz, Kau- und Schluckstörungen, Gefahr einer Mangelernährung, Lebensmittelunverträglichkeiten oder der Einnahme von Medikamenten, sind die Weitergabe von Informationen und ein guter Austausch wichtig. Dazu muss das Einverständnis der betroffenen Person, der Angehörigen oder der gesetzlich betreuenden Person vorliegen. Wenn der Senior die Verantwortung der Verpflegung nicht mehr für sich wahrnehmen kann, sollten Angehörige oder der gesetzlich Betreuende die Koordination übernehmen.

Pflegefachkräfte

Die Pflegefachkraft erbringt in der ambulanten Versorgung von Senioren eine umfangreiche pflegerische Leistung. Darüber hinaus kann sie durch ihre Beobachtung und Erfahrung im täglichen Umgang mit den zu Betreuenden zur Verbesserung der individuellen Rahmenbedingungen der Verpflegung vor Ort beitragen. Dazu zählen die Beobachtung und Dokumentation von Kompetenzen der zu betreuenden Person im Alltag, wie Kraft und Fingerfertigkeit.

Diese Erfahrungen und weitere Kenntnisse beispielsweise über den Medikamentenkonsum sind wichtig, wenn der Senior Unterstützung bei der Auswahl und Einnahme der Mahlzeit benötigt. Regelmäßige Hinweise ausreichend zu trinken, Hilfestellung beim Eindecken des Tisches, die Beobachtung der vorhandenen Fähigkeiten und die Prüfung des Speisenangebots im Kühlschrank, soweit dies vom Betreffenden erwünscht und erlaubt ist, sind hilfreich. Die Dokumentation und Weitergabe dieser Informationen tragen zur Verbesserung der Verpflegungssituation und zur Prävention von Mangelernährung bei.
Bei quantitativer Mangelernährung ist eine energie- und/oder proteinangereicherte Kost sinnvoll. Auf Wunsch des Seniors oder aufgrund der Beobachtung von Pflegefachkräften bzw. einer Anordnung des Arztes sollte eine energieangereicherte Kost angeboten werden.