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Eine ausreichende Trinkmenge erreichen

Wasser erfüllt wichtige Funktionen im Körper, daher ist ausreichendes Trinken zu jeder Jahreszeit von Bedeutung. Denn nicht nur bei höheren Temperaturen im Sommer oder trockener Heizungsluft, sondern auch bei Krankheiten, wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen, starker Mobilität oder Unruhe (auch bei bettlägerigen Menschen) sowie der Einnahme von Medikamenten, muss der Flüssigkeitsbedarf individuell abgeschätzt und entsprechend erhöht werden. Als Richtwert für über 65-Jährige gelten mindestens 1,3 Liter (1.310 ml/Tag), besser 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Es handelt sich hierbei um eine Orientierungsgröße, mit der normalerweise die täglich erforderliche Flüssigkeitsmenge abgedeckt wird. Bei einigen Krankheiten kann, nach Rücksprache mit dem Arzt, eine Begrenzung der Trinkmenge nötig sein.

Das Angebot an Getränken ist groß und wächst ständig, was das Variieren des Getränkeangebots deutlich erleichtert. Ideale Durstlöscher sind Trink- und Mineralwasser sowie Kräuter- und Früchte- oder Rotbuschtee. Für alle, die es fruchtiger mögen, bieten sich Saftschorlen an, die im Verhältnis ein Teil Saft zu drei Teilen Wasser gemischt sein sollten. Im Sommer ist auch gekühlter Früchtetee mit etwas Saft eine erfrischende Abwechslung.

 

Als Zwischenmahlzeit oder für Senioren mit einem erhöhten Energiebedarf, eignen sich Smoothies, die aus frischem Obst und/oder Gemüse sowie frischen Kräutern zubereitet werden können. Im Gegensatz zu einem Saft, bei dem der Fruchtsaft gepresst ist, wird beim Smoothie die ganze Frucht ohne die nicht essbaren Bestandteile zerkleinert. Einen guten Smoothie zeichnet aus, dass er neben Obst und Gemüse keine weiteren Zutaten beinhaltet. Zur Anreicherung mit Energie eignen sich hochwertige pflanzliche Öle, wie Rapsöl, Nussmus sowie fettreiche Milchprodukte, wie Sahne, Mascarpone, oder Eis. Werden Banane oder Avocado verwendet, wird der Smoothie dickflüssiger, cremiger und gleichzeitig energiereicher. Der Kreativität beim Herstellen sind keine Grenzen gesetzt.

 

Achtung: Beim Kauen von Obst und Gemüse wird Speichel gebildet, der die Zähne vor der Fruchtsäure schützt. Da ein Obstsaft oder ein Smoothie nicht gekaut werden muss, gelangen die Fruchtsäuren ungehindert an die Zähne. Frisches Obst und Gemüse zu Kauen, soweit dies noch möglich ist, ist daher nicht nur ein unvergleichliches sensorisches und geschmackliches Erlebnis, es trainiert auch die Kaumuskulatur. Das sind viele gute Gründe, Gemüse und Obst – wenn möglich – nicht ausschließlich in pürierter Form zu verzehren.

 

Eher „Genuss“ als Durstlöscher

Nicht umsonst zählen Kaffee, schwarzer Tee und auch Alkohol zu den Genussmitteln. Zwar dürfen sie zur Flüssigkeitsbilanz gezählt werden, sind aber zur Flüssigkeitszufuhr in größerer Menge eher nicht geeignet. Bis zu 600 ml Kaffee, das sind zwei bis vier kleine Tassen oder eine entsprechende Menge schwarzer, grüner oder weißer Tee, sind kein Problem. Empfindliche Menschen können bei Mengen die darüber hinaus gehen, mit höherem Blutdruck reagieren.

Da es im Alter bei einer zu geringen Trinkmenge viel schneller zu kritischen Situationen kommt, als in jüngeren Jahren, ist es wichtig, ältere Menschen kontinuierlich an das Trinken zu erinnern, es aktiv anzubieten und wenn nötig Unterstützung zu bieten.
Hilfreiche Tipps:

  • Bieten Sie Lieblingsgetränke und -trinkgefäße an, soweit sie bekannt sind.
  • Reichen Sie Getränke zu jeder Mahlzeit.
  • Füllen Sie leere Gläser immer nach.
  • Farblose Getränke sind in farbigen Gläsern oder Trinkgefäßen besser zu erkennen.
  • Seien Sie ein Vorbild für Menschen mit Demenz und trinken Sie gemeinsam. Denn häufig wissen die Betroffenen nicht mehr, wie Trinken funktioniert und sitzen verzweifelt vor dem Glas oder der Tasse.
  • Drehen Sie neue Wasserflaschen auf und verschließen Sie diese nur leicht, damit sie gut zu öffnen sind.
  • Bieten Sie Wasser mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie z. B. Zitronen- und Organgenscheiben oder frischer Minze an.

Falls zu wenig getrunken wird: Erstellen Sie ein Trinkplan oder führen Sie ein Trinkprotokoll, zur Erfassung der Trinkmenge und werten Sie dieses aus (auch Kaffee gehört in die Trinkbilanz).

Eine ausreichende Trinkmenge hat eine große Bedeutung für die geistige Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Oft ist viel Geduld, Zeit, Kreativität, ein vielfältiges Angebot und individuelle Unterstützung nötig.

Trinkhilfen dienen zur Unterstützung des eigenständigen Trinkens sowie zum Anreichen von Getränken und flüssigen Speisen. Die Auswahl von Trinkhilfen ist groß und muss den individuellen Anforderungen entsprechend ausgewählt werden. Dafür müssen teilweise mehrere Modelle ausprobiert werden.
So helfen z. B. etwas schwerere Trinkgefäße aus Porzellan oder Glas die Muskulatur zu trainieren bzw. die Kraft erhalten, während leichtere Tassen aus Kunststoff oder Gläser sinnvoll sind, wenn der Senior kaum noch Kraft hat. Farbige Tassen oder Gläser für Senioren mit einer Sehbehinderung oder auch bei Demenz sollten ebenso im Angebot sein, wie Tassen mit zwei Griffen, die z. B. Menschen mit einem Tremor ein sicheres Greifen und Trinken ermöglichen. Für Menschen, die den Kopf nicht mehr nach hinten neigen können, bieten sich Tassen mit konischen Innengefäß, einer Membran im Inneren oder einer Aussparung für die Nase an.
Wichtig beim Anreichen von heißen Getränken oder Suppen ist es, besonders bei geschlossenen Trinkgefäßen, auf die Temperatur zu achten bzw. den Senior zu warnen, da die Temperatur im Vorfeld nicht abgeschätzt werden kann.

Zusätzliche Tipps für zu Hause:

  • Stellen Sie zu Hause die Trinkmenge für den ganzen Tag bereit.
  • Stellen Sie die Getränke an gut sichtbaren Orten auf, an denen sich der Senior gerne aufhält.
  • Achten Sie darauf, dass der Senior das Getränk öffnen und gut einschenken kann.
  • Erinnern Sie immer wieder an ausreichendes Trinken.