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Besondere Aspekte bei der Verpflegung geriatrischer Patienten

Die Einweisung in ein Krankenhaus ist ein einschneidendes Erlebnis für einen älteren Menschen. Genau wie bei jüngeren Patienten, trägt auch bei Älteren eine ausgewogene Verpflegung zur Genesung und zu kürzeren Liegezeiten bei. Auch wenn das Essen und Trinken im Krankenhaus einer Vollverpflegung, wie in einer stationären Senioreneinrichtung entspricht, gibt es dennoch spezielle Aspekte zu berücksichtigen, die der „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Krankenhäusern" aufführt. Darin sind neben den Kriterien für eine ausgewogene Menülinie, die leichte Vollkost sowie weitere spezielle Anforderungen an eine Diätkostform genannt. Um lebensmittelbedingte Infektionen zu vermeiden, muss die Veröffentlichung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) „Sicher verpflegt – Besonders empfindliche Personengruppen in Gemeinschaftseinrichtungen“ beachtet werden. Dazu zählen neben Kindern, Schwangeren und immungeschwächten Personen auch die Senioren.

Das zentrale Ziel, neben der Behandlung und Heilung der akuten Krankheit, ist das Vermeiden oder Behandeln einer Mangelernährung, die sich negativ auf den Genesungsprozess auswirken kann. Schlechtere Wundheilung, längere Liegezeiten bis hin zu erhöhter Morbidität und Mortalität, können die Folgen sein. Bei der Aufnahme in die Klinik, sollte stets die Erfassung des Ernährungszustandes erfolgen. Ernährungsrisiken, Unverträglichkeiten und Allergien sowie besondere Vorlieben und Abneigungen sollten daher im Rahmen der Maßnahmenplanung formuliert sein und dem Personal im Krankenhaus die Pflege und Verpflegung erleichtern. Dies gilt besonders bei Menschen mit Demenz, die ihre Wünsche nicht mehr eigenständig äußern können. Zentral ist darüber hinaus vor der Entlassung nach Hause oder in die stationäre Senioreneinrichtung, die in der Klinik begonnenen individuellen Maßnahmen im Rahmen des Überleitungsmanagements zu beschreiben. Auch dazu bietet der DGE-Qualitätsstandard geeignete Informationen.

Ältere Menschen haben, besonders bei einem Klinikaufenthalt, einen höheren Bedarf an speziellen Hilfsmitteln zum Essen und Trinken oder benötigen zusätzliche Unterstützung während der Mahlzeit. Hier ist besonders

  • auf die entsprechende Gestaltung des Essplatzes,
  • eine geeignete Sitzposition und
  • das Erreichen der Speisen und Getränke zu achten.

Hierzu sind im dritten Kapitel des DGE-Qualitätsstandards Kriterien zu finden.

Die Verpflegung älterer Menschen sowie die Prävention oder Therapie einer Mangelernährung sind, egal ob mit oder ohne Pflegebedarf, zu Hause, in der Senioreneinrichtung oder vorrübergehend im Krankenhaus, eine besondere Herausforderung. Vor allem wenn das häusliche Umfeld und die Pflege durch vertraute Menschen nicht mehr gegeben sind. Ein leckeres und bedarfsdeckendes Essen bewirkt jedoch viel. Es trägt in erster Linie zum Wohlbefinden auch in fremder Umgebung bei, erhält die Gesundheit, schafft soziale Kontakte sowie Orientierung und schenkt damit jedem älteren Menschen, die Wertschätzung, die er verdient.