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Trinken im Alter

Der menschliche Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser, das er hauptsächlich aus Getränken erhält. Innerhalb des Körpers erfüllt es lebensnotwendige Funktionen. Wasser ist Bestandteil aller Zellen und Körperflüssigkeiten, wirkt u. a. als Transport- und Lösungsmittel, ist Reaktionspartner bei biochemischen Prozessen, ist notwendig für die Regulation der Körpertemperatur sowie für die Quellung des Speisebreies im Darm. Ständig wird über einige Organe Flüssigkeit ausgeschieden, die dem Körper wieder zugeführt werden muss. Geschieht das nicht in ausreichender Form, verspürt man Durst.

Die ersten Symptome einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme sind:
-    trockene Haut und Schleimhäute (rissige Lippen, Mundtrockenheit)
-    Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
-    Kopfschmerzen
-    Schwindel
-    Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit
-    Verwirrtheit
-    Verstopfung
-    Neigung zu Harnwegsinfektionen
-    Erhöhung der Körpertemperatur

Ein unbehandelter Wassermangel führt zum Austrockenen des Körpers und kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen. Bereits nach 2 bis 4 Tagen können harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausgeschieden werden und es kann zu Bluteindickung sowie Kreislauf- oder Nierenversagen kommen.

Im Alter stellen sich einige Besonderheiten bezüglich der Aufnahme von Flüssigkeit ein.
Der Bestandteil des Körperwassers beträgt bei Senioren nur noch 40-50 % des Körpergewichts. Außerdem kommt es häufig zu erhöhten Flüssigkeitsverlusten, die durch die verminderte Harn-Konzentrationsfähigkeit der Niere, das vermehrte Schwitzen bei hohen Temperaturen, starken Bewegungsdrang (z. B. bei Demenz) oder andere Krankheiten zu erklären sind.

Hinzu kommt oft eine geringe Aufnahme von Flüssigkeit, die sich auf ein geändertes Trinkverhalten im Alter zurückführen lässt. Ursachen für eine zu geringe Trinkmenge können
-    Ein vermindertes Durstempfinden
-    Angst vor dem Toilettengang, Inkontinenz oder Prostatabeschwerden
-    Schluckstörungen
-    Vergesslichkeit
-    Erziehung: „Beim Essen wird nicht getrunken.“
sein.

Die Ursache für einen Flüssigkeitsmangel im Seniorenalter, auch als Dehydratation oder Exsikkose bezeichnet, ist also meist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme bei gleichzeitig höherem Flüssigkeitsverlust.

Vor diesem Hintergrund ist es bei älteren Menschen besonders wichtig auf den individuellen Flüssigkeitsbedarf und eine entsprechende Zufuhr zu achten!

Flüssigkeitszufuhr

Senioren sollten als Richtwert mindestens 1,3 Liter, besser 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen. Das entspricht täglich etwa 6 Gläsern oder großen Tassen. Dabei ist darauf zu achten, dass Krankheiten, wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen, starke Mobilität oder Unruhe (auch bei Bettlägerigen) sowie die Einnahme von Medikamenten den Bedarf erhöhen.

Auch feste Nahrung trägt zur Gesamtflüssigkeitszufuhr bei. Zum Beispiel können Eintöpfe und wasserhaltiges Gemüse und Obst die Flüssigkeitszufuhr stark erhöhen.

Geeignete Getränke
-    Trink -, Mineralwasser,
-    Früchte-, Kräuter- oder Rotbuschtees (möglichst ungesüßt)
-    Saftschorlen (Verhältnis 1/4 Saft, 3/4 Wasser)

Ein vielfältiges Angebot an Getränken erleichtert das Trinken!

Trinkdokumentation

Fällt eine geringe Trinkmenge bei einem Senior auf oder lassen sich Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels feststellen, sollte das Trinkverhalten und die Trinkmenge sofort dokumentiert und nach individuellen Ursachen für den Mangel gesucht werden. Es bietet sich an über einen bestimmten Zeitraum ein Trinkprotokoll zu führen. Dadurch kann beobachtet werden, wann und was besonders gerne getrunken wird. Ist die festgestellte Trinkmenge tatsächlich nicht ausreichend müssen Maßnahmen ergriffen werden. An Hand des Protokolls kann sichtbargemacht werden ob z. B. andere Getränke oder gleiche Getränke zu geänderten Zeiten angeboten werden sollten. Eine weite Möglichkeit ist der Wechsel des Trinkgefäßes. Hilfreich kann auch ein Blick in die Ess-/Trinkbiografie sein, um alte Gewohnheiten oder Vorlieben zu berücksichtigen.