Sonntag, 08.08. 2021
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Nachhaltiger verpflegt: Keine Ausnahme, sondern eine Selbstverständlichkeit

DGE-Geschäftsführerin begrüßte persönlich Teilnehmer*innen bei der Online-Veranstaltung der Vernetzungsstelle Seniorenernährung in Mecklenburg-Vorpommern.

Dr. Kiran Virmani

„Essen und Trinken beeinflussen die Lebensqualität, sind wichtige Bestandteile der sozialen und kulturellen Identität, sorgen für die Gesunderhaltung und rufen nicht zuletzt Emotionen hervor“ – so begrüßte Dr. Kiran Virmani die Veranstaltung der Vernetzungsstelle Seniorenernährung in Mecklenburg-Vorpommern. Im Mittelpunkt stand der neu überarbeitete DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung mit „Essen auf Rädern“ und in Senioreneinrichtungen.
Die Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hob dabei die Bedeutung der Vernetzungsstellen Seniorenernährung hervor: „Sie sind Ansprechpartnerinnen für alle Belange, wenn es um eine ausgewogene, bedarfsgerechte, vielfältige, aber auch nachhaltige und genussvolle Ernährung und Verpflegung älterer Menschen geht.“


Beim Essen im Alter spielt die Essbiographie eine elementare Rolle: „Es geht um persönliche Lieblingsgerichte, um Vorlieben, Abneigungen und Gewohnheiten. Aber auch Einschränkungen können eine Rolle spielen. Das heißt, es ist nicht nur wichtig, schmackhafte und optisch ansprechende Speisen anzubieten, sondern auch für gut kau- und schluckbare Speisen sowie für genügend Nährstoffe und Eiweiß zu sorgen, um einer Mangelernährung vorzubeugen,“ betonte Virmani.
Die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen im Bereich der Seniorenernährung sind sehr heterogen. Denn es geht hierbei um ältere Menschen, die sich sowohl zu Hause oder in Wohngemeinschaften noch selbst oder mit Hilfe aus dem Umfeld versorgen, als auch um jene, die krank oder pflegebedürftig sind.
Hier sind die Vernetzungsstellen Seniorenernährung als besondere Verbindungsstelle gefragt, um im Zusammenspiel der Akteure zu vermitteln und so die Verpflegung entlang neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse stetig zu optimieren. Inzwischen wurden 10 Vernetzungsstellen bzw. vergleichbare Institutionen für Seniorenernährung im Rahmen des Nationalen Aktionsplans „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ eingerichtet. In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind die Vernetzungsstellen Seniorenernährung in der Trägerschaft der DGE.


Die Vernetzungsstellen Seniorenernährung sind für Fachkräfte aus vielen verschiedenen Bereichen ansprechbar: Pflege, Küche, Hauswirtschaft, Träger und Leitungen von Einrichtungen, Caterer und Anbietende von mobilen Menüdiensten, Ärzt*innen, Ernährungsfachkräfte und Therapeut*innen sowie Mitarbeitende der Seniorenberatung und alle, die in diesen Bereichen aktiv sind.
Vor rund zehn Jahren wurden die DGE-Qualitätsstandards für Anbietende von „Essen auf Rädern“ und Senioreneinrichtungen entwickelt und erstmals veröffentlicht. Seither haben sie sich als Referenz für gute Seniorenverpflegung etabliert: Deutschlandweit dienen sie als Grundlage für Ausschreibungen der Verpflegungsleistung und unterstützendes Instrument bei der Qualitätsentwicklung und –sicherung. Im letzten Jahr wurden bei der Überarbeitung der DGE-Qualitätsstandards aller Lebenswelten die beiden Standards für Essen auf Rädern und Senioreneinrichtungen in einer Broschüre zusammengefasst. Verpflegungsverantwortliche haben so die Möglichkeit, die vielen Anforderungen an die Seniorenverpflegung mithilfe der DGE-Qualitätsstandards besser im Blick zu behalten, um ihr Angebot optimal zu gestalten.


Allen Menschen soll, ungeachtet ihrer ökonomischen und sozialen Situation, gleichermaßen der Zugang zu gesünderen und nachhaltigeren Angeboten und mehr Teilhabe ermöglicht werden. In diesem Sinne rief Virmani dazu auf: „Sie alle sind gleichermaßen und gemeinsam daran beteiligt, die Zukunft der Gemeinschaftsverpflegung zu gestalten. Die DGE-Qualitätsstandards setzen den Rahmen hierfür. Es sind aber wir, die Menschen mit ihrem Wissen, ihren Ideen und Visionen und dem täglichen Einsatz, die es in der Hand haben, dass eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung keine Ausnahme, sondern selbstverständlich wird.