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Kennzeichnungselemente

 

Ein wichtiges Ziel der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) besteht darin, dass die Bereitstellung von Informationen über Lebensmittel einem umfassenden Schutz der Gesundheit und Interessen der Verbraucher dient. Damit erhält der Endverbraucher eine Grundlage für eine fundierte Wahl und die sichere Verwendung von Lebensmitteln unter besonderer Berücksichtigung von gesundheitlichen, wirtschaftlichen, umweltbezogenen, sozialen und ethischen Gesichtspunkten.

Weiter wird in der LMIV ausgeführt, dass Lebensmittelunternehmer in den ihrer Kontrolle unterstehenden Unternehmen keine Änderung der Informationen zu einem Lebensmittel vornehmen dürfen, wenn diese Änderung den Endverbraucher irreführen oder in anderer Weise den Verbraucherschutz und die Möglichkeit des Endverbrauchers, eine fundierte Wahl zu treffen, verringern würde. Die Lebensmittelunternehmer sind für jede Änderung, die sie an den Informationen zu einem Lebensmittel vornehmen, verantwortlich. Daraus geht hervor, dass alle in der Wertschöpfungskette, die beispielsweise mit einer Kita in Verbindung stehen, die Informations- und Kennzeichnungspflichten korrekt und vollständig erfüllen müssen, damit auch die Kita sorgfältig die verpflichtenden Angaben an die Eltern weitergeben kann. 

Artikel 9 der LMIV beinhaltet die verpflichtenden Informationen für vorverpackte Lebensmittel. Dazu zählen folgende Angaben:
a) die Bezeichnung des Lebensmittels;
b) das Verzeichnis der Zutaten;
c) alle in Anhang II aufgeführten Stoffe und Erzeugnisse, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen;
d) die Menge bestimmter Zutaten oder Klassen von Zutaten;
e) die Nettofüllmenge des Lebensmittels;
f) das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Verbrauchsdatum;
g) gegebenenfalls besondere Anweisungen für Aufbewahrung und/oder Anweisungen für die Verwendung;
h) der Name oder die Firma und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers;
i) das Ursprungsland oder der Herkunftsort,
j) eine Gebrauchsanleitung, falls es schwierig wäre, das Lebensmittel ohne eine solche angemessen zu verwenden;
k) für Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent die Angabe des vorhandenen Alkoholgehalts in Volumenprozent;
l) eine Nährwertdeklaration.

Nachfolgend werden einige Angaben beschrieben.

Bezeichnung

Die Bezeichnung ist entweder eine in Rechtsvorschriften festgelegte Bezeichnung, die verwendet werden muss, oder eine übliche Bezeichnung bzw. Beschreibung des Lebensmittels, wie z. B. Original schwäbische Bandnudeln, Lebkuchen Herzen.

 

Zutatenverzeichnis

Die Angabe der Zutaten erfolgt in absteigender Reihenfolge (z. B. Hartweizengrieß, frische Hühnereier (25 %), Speisesalz) nach dem Gewicht der Zutaten bei der Verarbeitung. Am Anfang des Zutatenverzeichnisses steht grundsätzlich die Zutat mit dem größten Anteil am Lebensmittel.

 

Name oder die Firma und Anschrift des Herstellers bzw. Verpackers oder Verkäufers

Diese Angabe soll gewährleisten, dass den Verbrauchern ein für das Lebensmittel verantwortlicher Lebensmittelunternehmer für Fragen oder Beschwerden als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

 

Allergenkennzeichnung

Ziel der Allergenkennzeichnung ist es, vor allem betroffenen Allergikern, in diesem Fall Kindern in der Kita und deren Eltern, detaillierte Informationen über die Zusammensetzung der Lebensmittel an die Hand zu geben. Die im Anhang II der LMIV aufgeführten 14 Stoffe und Erzeugnisse, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können, müssen unabhängig von ihrer Menge aufgelistet und hervorgehoben werden. Bei loser Ware soll das Wort „enthält“, wie zum Bei spiel bei Nudeln „enthält Ei“ vor dem Allergen „Ei“, gestellt werden (siehe Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe c LMIV). Diese Angaben sind seit dem 13. Dezember 2014 Pflicht, auch für Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung, wie eine Kita, die „lose“ Waren in Form von Speisen ausgibt.

 

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) wird das Datum angegeben, bis zu dem das Lebensmittel unter bestimmten Aufbewahrungsbedingungen seine typischen Eigenschaften mindestens behält. Auf den Verpackungen ist das MHD in den meisten Fällen mit Tag, Monat und Jahr angegeben. Bei längerfristig haltbaren Lebensmitteln sind häufig nur Monat und Jahr als MHD notiert. Die Hersteller garantieren, dass das Lebensmittel mindestens bis zu diesem Zeitpunkt haltbar ist. Deshalb sind die meisten Lebensmittel auch über dieses Datum hinaus noch "in Ordnung", was dann allerdings nicht mehr durch den Hersteller garantiert wird.

 

Verbrauchsdatum für sehr leicht verderbliche Lebensmittel

Nach Ablauf des Verbrauchsdatums dürfen Lebensmittel nicht mehr verkauft und sollten auch nicht mehr verzehrt werden. Hierfür wird die Angabe "zu verbrauchen bis" verwendet.

 

Mengenkennzeichnung

Durch die Mengenkennzeichnung bestimmter wertgebender oder charakteristischer Zutaten soll die Vergleichbarkeit ähnlicher Lebensmittel sichergestellt werden (z.B. Teigtaschen, die entweder mit Gemüse, Geflügel oder Pilzen gefüllt sind). Die Mengenkennzeichnung erfolgt in der Regel durch Prozentangaben im Zutatenverzeichnis.

 

Nettofüllmenge

Die enthaltende Nettofüllmenge muss bei vorverpackten Lebensmitteln immer angegeben werden. Bei festen Lebensmitteln erfolgt die Angabe in g oder kg bzw. als eine Stückzahl. Bei flüssigen Lebensmitteln wird das Volumen in ml oder l angegeben.

 

Nährwertdeklaration

Weiterhin werden Lebensmittel mit Nährwertinformationen, wie z. B. Angaben über den Brennwert, den Eiweiß-, den Kohlenhydrat- und den Fettgehalt, gekennzeichnet. Zusätzlich werden Zucker, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Salzangegeben. Weitere freiwillige zusätzliche Nährwertangaben sind z. B. Vitamin- oder Mineralstoffgehalte. Die Angaben der Nährwertdeklaration sind laut LMIV ab 13. Dezember 2016 für vorverpackte Waren Pflicht. Für nichtvorverpackte Waren, d. h. die losen Waren, ist eine Nährwertdeklaration nicht erforderlich.

 

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Autorin "Hygiene"

Maria Revermann, Lebensmittelwissenschaftlerin und Berufspädagogin

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