fit im Alter: Gesund essen, besser leben

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Mehr Arbeitszufriedenheit

Um Schnittstellenprobleme erst gar nicht aufkommen zu lassen, gibt es einige Punkte, die bereits bei der Planung einer Einrichtung (bzw. auch in einer bestehenden Einrichtung) berücksichtigt werden sollten. Dies sind Aspekte wie:


Im Folgenden werden diese Aspekte näher erläutert.

Bereits im Leitbild der Einrichtung sollte der Bereich Hauswirtschaft entsprechend berücksichtigt werden. Schließlich wird die Entscheidung für oder gegen ein Seniorenheim häufig nicht wegen der vermeintlich guten Pflegeleistung getroffen, sondern vielmehr aufgrund des Gesamteindrucks der Einrichtung. Folgende Kriterien spielen bei der Entscheidung für oder gegen eine Einrichtung eine wichtige Rolle:

  • Wahlmöglichkeiten beim Essen
  • Geruch in der Einrichtung
  • Einrichtung der Bewohnerzimmer
  • Optik des Empfangsbereichs
  • Erscheinungsbild der Bewohner und Bewohnerinnen

  • Freundlichkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

 
Diese Faktoren werden primär von der Hauswirtschaft beeinflusst. Ein positiver Eindruck spiegelt aber auch die Zusammenarbeit zwischen der Hauswirtschaft und den anderen Bereichen wider. Das zeigt den Stellenwert und lässt Rückschlüsse auf das Leitbild zu.

Das Leitbild zeigt sich ebenfalls im Organigramm der Einrichtung. Wünschenswert ist es, wenn die Pflegedienstleitung auf einer Hierarchieebene mit der Hauswirtschaftsleitung steht, so dass hier ein Austausch "auf Augenhöhe" stattfindet. Dies sollte zudem in regelmäßigen Dienstbesprechungen gelebt werden, um aktuelle Ereignisse und Probleme direkt anzusprechen und zu klären. Wenn ein Austausch nicht stattfindet, weil die Küche bzw. Hauswirtschaft nicht an den Besprechungen teilnehmen darf, sind Schnittstellenprobleme vorprogrammiert, da die Hauswirtschaft nicht ausreichend informiert sein kann.

Darstellung von Spielfiguren, die an einem Seil ziehen.
©DGE

Auch das Führungsverhalten der Heimleitung hat einen Einfluss, ob Schnittstellenprobleme entstehen. Pflegt die Heimleitung mit allen Bereichen einen teamorientierten, gleichberechtigten Kontakt, kann sich dieses Verhalten positiv auf die Gesamtstimmung auswirken.

Um die Anzahl an Missverständnissen zu minimieren, sind klar vorgegebene Kommunikationsstrukturen notwendig. Dies bezieht sich etwa auf Änderungsmitteilungen, die von der Pflege an die Küche weitergeben werden. Dafür sollten Standardformulare genutzt werden. Nur dann ist sicher gestellt, dass die Information tatsächlich in der Küche bei den entsprechenden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ankommt und nachhaltig umgesetzt werden kann. Vorraussetzung ist auch hier, dass solche Änderungsmitteilungen gelesen und berücksichtigt werden. Hilfreich sind weitere Formulare

  • Anforderung von Wohnbereichsbedarf
  • Getränkeanforderung
  • Bestellungen zu Geburtstagsfeiern

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es in der Hauswirtschaft häufig zu wenig Fachpersonal gibt. Eine Grundlage für eine deutliche Wirkung eines Qualitätsmanagements ist der ausreichende Einsatz von qualifiziertem Fachpersonal. Nur wenn die entsprechende Fachkompetenz im Hauswirtschaftsbereich vorhanden ist, können Pflege und Hauswirtschaft als ebenbürtige Partner zusammenarbeiten. Treten vermehrt Probleme im Bereich der Schnittstellen auf, ist es wichtig, die bestehende Schnittstellenkonzeption der Einrichtung zu überprüfen und offen zu besprechen. Zu diesem Zweck wird zunächst ein Team beispielsweise im Sinne eines Qualitätszirkels, gebildet. Hier sind alle an der Schnittstelle beteiligten (z. B. Hauswirtschaft und Pflege) vertreten. Günstig ist es, das Schnittstellenteam aus Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einer Hierarchieebene zusammen zu stellen, damit ein offenes und konstruktives Klima geschaffen wird. 

Nach der Aufstellung von Gruppenregeln bietet sich ein positiver Einstieg in das Thema an. Dabei kann das gemeinsame Ziel von Hauswirtschaft und Pflege in Form der Bewohnerzufriedenheit thematisiertwerden. Grundlage eines solchen Diskussionsprozesses können folgende Leitfragen sein:

  • Welche Ansprüche haben die Bewohner und Bewohnerinnen an die Erledigung bestimmter Aufgaben?
  • Welche spezifische fachliche Kompetenz steht im Vordergrund?
  • Werden zusammengehörende Arbeiten zusammen verrichtet/kombiniert oder zersplittert? Wozu? Wem dient das?
  • Können die beteiligten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen den gesamten Arbeitsprozess nachvollziehen?
  • Werden Verantwortlichkeit und Eigenständigkeit durch die Aufgabenteilung ermöglicht und gefördert?
  • Welche Prioritäten lassen sich daraus ableiten?
  • Entspricht die Tätigkeitsverteilung den Qualifikationen und den Berufsbildern, bzw. Stellenbeschreibungen der Beteiligten?

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Autor/in

Sabine Pieck (Diplom Oecotrophologin)

Qualitätszirkel

bezeichnet eine Arbeitsgruppe, die von Mitarbeitern eines Unternehmes freiwillig gebildet wird. Diese Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig und besteht meist ohne Hierarchien. In einem Qualitätszirkel werden Arbeitsprozesse analysiert und Lösungen für Probleme gesucht, um die Qualität der Arbeit zu verbessern.

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