fit im Alter: Gesund essen, besser leben

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Mangelernährung

Die Mangelernährung stellt ein (zentrales) Problem in der Seniorenverpflegung dar. Mangelernährung ist definiert als ein Zustand des Mangels an Energie, Eiweiß oder anderen Nährstoffen, der mit messbaren Veränderungen von Körperfunktionen verbunden ist, einen ungünstigen Krankheitsverlauf zur Folge hat und durch Ernährungstherapie reversibel ist.

  • Ist dabei die aufgenommene Energie langfristig geringer als der aktuelle Bedarf, so liegt eine quantitative Mangelernährung vor.
  • Handelt es sich um einen Mangel an Eiweiß oder anderen Nährstoffen wie z. B. Vitaminen, Mengen- oder Spurenelementen, spricht man von einer qualitativen Mangelernährung.

Kombinationen von beiden kommen ebenso vor. Mangelernährung ist oft eine Folge von undefinedKau- und Schluckstörungen, undefinedDemenz oder Depressionen. Häufig kann auch mangelnde Motivation zur Essensaufnahme der Grund für eine Mangelernährung sein. Wird die Mangelernährung nicht behandelt, steigt das Sterblichkeitsrisiko.

 

Die Tagesverpflegung ist bei mangelernährten Personen auf mindestens fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt anzubieten. Die individuell verzehrte Nahrungsmenge ist zu dokumentieren.

Verpflegung von Mangelernährten

Wird durch das Erkennen eines ungewollten Gewichtsverlusts oder bei regelmäßigem Erfassen des Ernährungszustandes die Gefahr einer Mangelernährung oder eine bereits bestehende Mangelernährung festgestellt, sind individuelle, auf Basis der Essbiografie beruhende Therapiemaßnahmen interdisziplinär in einem Ernährungsteam zu erarbeiten. Bei zu geringer Energiezufuhr ist der Speisenplan zunächst durch energiehaltige Lebensmittel wie Sahne, Butter, Eier, Nüsse und Samen (ggf. daraus ein Mus), Michprodukten mit hohem Fettgehalt (z. B. Maskarpone) oder Öl zu ergänzen. Für die Zusammenstellung des Mahlzeitenangebotes sind die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren an erster Stelle zu beachten. Durch eine regelmäßige Gewichtskontrolle ist der Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen zu überprüfen.

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Praxis-Tipp

Bei zu geringer Energiezufuhr sollte zunächst versucht werden, durch eine Anreicherung der Speisen mit energiereichen Lebensmitteln (z. B. Pflanzenöl, Nüsse, Sahne, Butter, Ei) die Energiezufuhr zu steigern – sofern kein Diabetes besteht. Wichtig ist nicht nur eine Zufuhr an Energie, sondern auch an essenziellen Fettsäuren, die durch hochwertige pflanzliche Fette geliefert werden. Ebenso von Bedeutung ist die Zufuhr an Proteinen, die in Milch- und Milchprodukten, Getreide und Hülsenfrüchten enthalten sind und Vitaminen sowie Mengen- und Spurenelementen, die durch ein abwechslungsreiches Angebot von Obst und Gemüse erreicht werden. Ist die Versorgung damit nicht ausreichend sicher zu stellen, können die Speisen mit Nährstoffsupplementen (z. B. Kohlenhydrat- oder Eiweißkonzentrat, Vitaminsupplementen) ergänzt oder speziell angereicherte Lebensmittel und/oder Trinknahrung angeboten werden.

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