fit im Alter: Gesund essen, besser leben

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Kau- und Schluckstörungen

Zwei Gebisse, die frischen Lauch zwischen den Zähnen halten.
© matchka/ PIXELIO'

Bei Kau- und Schluckstörungen handelt es sich um zwei unterschiedliche Beeinträchtigungen:

  • Kaubeschwerden können durch schlecht sitzende Prothesen oder Krankheiten des Mundraumes wie z. B. Entzündungen entstehen. Zunächst sind dafür die Gründe zu suchen und gegebenenfalls durch eine Zahnsanierung oder verbesserte Mundhygiene zu beheben. Die Ursache von Kaustörungen kann z. B. im Absinken des Kiefergelenks oder eingeschränkter Kraft und Ausdauer der Kaumuskulatur liegen. Die Nahrungskonsistenz ist entsprechend des individuellen Kauvermögens anzupassen.

  • Schluckstörungen im Alter sind in der Regel die Folge von Schlaganfällen, Tumorerkrankungen oder neurodegenerativen Krankheiten wie Morbus Parkinson oder Demenz. Hierbei richten sich die Therapiemaßnahmen individuell nach der Art der Störung.

Insgesamt wirken sich Kau- und Schluckstörungen und die dabei auftretende Mundtrockenheit erheblich auf die Freude am Essen und Trinken aus.  



Ernährung bei Kau- und Schluckstörungen

Putenrollbraten mit Kartoffelpüree und Brokkoli
Quelle: Fit im Alter

Die Nahrungskonsistenz ist dem jeweiligen Schweregrad der Kaustörung und den individuellen Fähigkeiten anzupassen. Wichtigstes Kriterium des Speisenangebots bei Schluckstörungen sind ebenfalls die Konsistenz der Nahrung und die Hilfestellung beim Essen.

 

 

 

Folgende Kriterien sind bei diesen Störungen zu beachten:

  • Die geeignete Kostform ist abhängig von der vorliegenden Störung und individuell mit der/dem behandelnden Ärztin/Arzt oder dem Ernährungsteam abzusprechen.
  • Bei Schluckstörungen sind weiche Speisen mit einheitlicher Konsistenz anzubieten.
  • Ausschließlich püriertes Essen anzubieten, ist meist nicht notwendig, sieht oft wenig appetitanregend aus und vermindert die Freude am Essen zusätzlich.
  • Die Mahlzeiten sind aus dem täglichen Speisenangebot herzustellen.
  • Mehrere kleine Portionen sind über den Tag verteilt anzubieten.
  • Auch bei pürierter Kost sind die einzelnen Komponenten erkennbar. Diese sind durch Verwendung von Spritzbeuteln, verschiedenen Tüllen und Formen optisch ansprechend anzurichten.

 

Konsistenzen

Die Darreichung anderer Konsistenzen sollte nach Absprache mit der behandelnden Ärztin/dem Arzt oder Therapeutin/Therapeuten erfolgen. Vorschlag für einen 4-stufigen Kostaufbau:

  1. Passierte dickflüssige bzw. breiige Kost
  2. Pürierte Kost
  3. Teilpürierte Kost
  4. Adaptierte/weiche Kost, nicht püriert

Bei allen Stufen ist es wichtig, dass die Komponenten eine homogene Konsistenz haben und keine Krümel, Fasern oder Stücke enthalten. Die adaptierte bzw. teilpürierte Kost kann von einem großen Teil der Betroffenen gut gegessen werden. Wenn viele ältere Menschen mit Schluckstörungen versorgt werden, sollte eines der angebotenen Menüs als adaptierte Kost gereicht werden. Auf eine appetitliche Darreichung besonders auch beim Frühstück und Abendessen ist zu achten (z. B. Brot mit Dickungsmitteln einweichen). Durch Anpassung des Speisenangebotes und das Andicken von Getränken kann das Risiko einer Aspiration (Fremdkörperaspiration) verringert werden. Ein Angebot von Smooth-Food ist empfehlenswert.

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Es gilt der Grundsatz

Eine vollwertige, appetitliche Verpflegung wird gewährleist und die Selbstständigkeit beim Essen wird gefördert.

Genussvolle Rezepte bei Kau- und Schluckstörungen

Titelseite der Broschüre "Genussvolle Rezepte bei Kau und Schluckstörungen"

Die abwechlsungsreiche und ansprechende Gestaltung der Speisen für Seniorinnen und Senioren mit Kau- und Schluckstörungen wird oft als Herausforderung gesehen. Mit unserer Broschüre möchten wir Ihnen eine Hilfestellung und Anregungen bieten. Wir haben herzhafte und süße Gerichte mit verschiedenen Konsistenzen für Sie zusammengestellt. So können die Speisen an die Beschwerden der Seniorinnen und Senioren angepasst werden.

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Buttermilchdessert
Quelle: Fit im Alter

Fremdkörperaspiration

Eindringen eines Fremdkörpers (fest oder auch flüssig) in die Atemwege.

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