fit im Alter: Gesund essen, besser leben

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Demenz

Kartoffel-Nuss-Bällchen mit Kräuterdip
Quelle: Fit im Alter

Demenz ist eine degenerative Veränderung des Gehirns mit Verlust von kognitiven Fähigkeiten. Demenz ist nicht zwangsläufig mit einer Veränderung des Essverhaltens verbunden. Begleitet wird die Krankheit jedoch häufig von Depressionen, die zu Appetitlosigkeit und damit zu einer verminderten Nahrungsaufnahme führen können. Weiterhin kann es bei den Betroffenen zu einem gestörten Hunger-Sättigungs-Gefühl kommen. Beim Auftreten starker Mobilität und Unruhe steigt der Energie- und Flüssigkeitsbedarf im Einzelfall erheblich an. Ebenso geht im Verlauf der Krankheit häufig die Fähigkeit, adäquat mit Besteck umzugehen, verloren.  

Um an das Essen immer wieder zu erinnern und den teilweise erhöhten Energiebedarf zu decken eignen sich undefinedFingerfood und Konzepte wie undefinedEat by walking


Ernährung bei Demenz

Für Menschen mit Demenz gelten im Grundsatz die gleichen Anforderungen, wie bei der Verpflegung von Seniorinnen und Senioren ohne Demenz. Besondere Anforderungen an die Verpflegung ergeben sich aus den individuellen Ausprägungen der Demenz oder der Tagesverfassung.

  • Im Verlauf der Demenz entwickeln fast alle Betroffenen undefinedSchluckstörungen. In diesem Fall ist die Kost den individuellen Anforderungen anzupassen.

  • Bei entsprechender Geschmackspräferenz, können Getränke und herzhafte Speisen gesüßt werden.

Speisen und Getränke können (z. B. mit rotem Traubensaft, Kirschsaft, Holundersaft) gefärbt werden.

  • Kräftige Farben von Speisen und Getränken erleichtern das Erkennen. Bei der Gestaltung des Essplatzes ist darauf zu achten, dass der Tisch bzw. die Tischdecke und das Geschirr sich farblich deutlich voneinander abgrenzen.

  • Bei erhöhtem Energiebedarf, der durch innere Unruhe und hohen Bewegungsdrang entsteht, ist hochkalorische Kost anzubieten. Im Einzelfall können 3.000 - 4.000 kcal pro Tag benötigt werden.


Fingerfood

Vollkornlauchkuchen
Quelle: Fit im Alter

Seniorinnen und Senioren, die nicht mit Besteck essen können oder möchten, erhalten die Speisen als „Fingerfood“. Für das Frühstück und das Abendessen ist dies üblich, für das Mittagessen ist Fingerfood eher ungewöhnlich. Auch bei dieser Mahlzeit ist es möglich, Gerichte in mundgerechten Stücken zu servieren, die gut zu greifen sind wie z. B. entsprechend geschnittene Fleischstücke ohne Soße oder Gemüse, kleine Kartoffeln oder Kroketten, stichfeste Aufläufe, stichfeste Süßspeisen in Stücken oder Gebäck.

Weiterhin ist zu beachten:

  • Die Stücke dürfen nicht größer als ein bis zwei Bissen sein.
  • Sie müssen gut zu greifen und einfach zu kauen und schlucken sein.
  • Fingerfood ist so anzubieten, dass es nicht klebrig ist.  


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Eat by Walking

Seniorinnen und Senioren, die am Tisch nicht ausreichend essen, sehr mobil und unruhig sind, ist das Essen auch während des Gehens anzubieten. Dazu können „Imbiss-Stationen“ eingerichtet werden, an denen sie sich mit Obststücken, belegtem Brot, Keksen oder Ähnlichem bedienen und „während des Gehens“ essen können. Die hygienischen Rahmenbedingungen dafür müssen geregelt sein. Eine Imbiss-Station muss von den Mitarbeitenden eingesehen und regelmäßig aufgefüllt und sauber gehalten werden. Nach interner Erarbeitung eines Konzepts, wird empfohlen, vor der Umsetzung die zuständige Überwachungsbehörde hinzuzuziehen.

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Interview zu Ernährungsrisiken bei Demenz



Besonderheiten bei Demenz

Bei Menschen mit Demenz ist es wichtig, Sicherheit und Orientierung zu schaffen: Eine ruhige Umgebung, der Duft nach Essen, die Einbeziehung in die Mahlzeitenzubereitung und -verteilung geben Orientierung und regen die Sinne an.

Selbstständigkeit durch Fingerfood

Das Benutzen von Besteck gehört für uns zum Alltag dazu. Diese Selbstständigkeit ist ein wichtiger Faktor für unsere Lebensqualität, die durch verschiedene Erkrankungen beeinträchtigt werden kann. Das gilt vor allem für ältere Menschen z. B. nach einem Schlaganfall oder mit Demenz. Die Selbstständigkeit beim Essen kann mit Finger-Food länger erhalten bleiben, damit die Seniorinnen und Senioren weiterhin die Speisen alleine zu sich nehmen können. So wird der Appetit gesteigert, die Freude am Essen geweckt und die Lebensqualität erhöht.

 

 

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