fit im Alter: Gesund essen, besser leben

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DGE-Arbeitstagung

Projektmitarbeiter mit Bundesministerin Ilse Aigner
Quelle: Fit im Alter
Bundesministerin Ilse Aigner
Quelle: Fit im Alter
Prof. Ulrike Arens-Azevêdo
Quelle: Fit im Alter

Im Mittelpunkt der diesjährigen DGE-Arbeitstagung „Genuss mit Qualität – Neue Maßstäbe in der Gemeinschaftsverpflegung“, die am 22. und 23. September 2009 im Wissenschaftszentrum Bonn stattfand, standen die Qualitätsstandards für die unterschiedlichen Lebenswelten wie Kitas, Schulen, Betriebe und Senioreneinrichtungen. Während der Arbeitstagung wurden erstmals die Qualitätsstandards für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen vorgestellt. Damit liegen seit September 2009 bundeseinheitliche Kriterien für verschiedene Verpflegungseinrichtungen vor.

Bundesministerin Ilse Aigner eröffnete die Veranstaltung und begrüßte rund 300 Teilnehmer. Sie betonte: „Wir wollen langfristig erreichen, dass Erwachsene gesünder leben, Kinder gesünder aufwachsen und jeder von einer höheren Lebensqualität und einer gesteigerten Leistungsfähigkeit profitieren kann.“ Ernährungs- und Beratungsfachkräfte, Verantwortliche und Fachkräfte in der Gemeinschaftsverpflegung, Träger und Leiter von Kitas, Schulen, Betriebskantinen und Senioreneinrichtungen sowie kommunale Vertreter folgten der Einladung der DGE. Zunächst stimmte Präsidiumsmitglied Prof. Ulrike Arens-Azevêdo die Teilnehmer/innen auf die zweitägige Veranstaltung mit ihrem Vortrag „Was sind Qualitätsstandards?“ ein. In ihrem Vortrag unterstrich sie den hohen Stellenwert der Außer-Haus-Verpflegung. Nur dort bestünde die Möglichkeit, Menschen unabhängig von ihrer Schicht zu erreichen und ihre Ernährungssituation zu verbessern.

Ihr folgten Dr. Margit Bölts, die als Leiterin des Referats Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung, die DGE IN FORM-Projekte FIT KID“, „Schule + Essen = Note 1“, „JOB&FIT“ und „Fit im Alter“ vorstellte und Prof. Dr. Helmut Heseker, der über die Ernährung in stationären Senioreneinrichtungen mit den Ergebnissen der ErnSTES-Studie informierte. Fakt sei, dass die Nährstoffversorgung von dem Ernährungswissen des Personals in den Einrichtungen abhängig ist. Daher die klare Forderung Hesekers: „Bei der Ausbildung für die Bereiche Küche und Pflege ist das Thema „Ernährungslehre“ in alle Curricula verpflichtend mit aufzunehmen.“

Informationstand der Projekte
Quelle: Fit im Alter
Frau Holtorf (Moderation)
Quelle: Fit im Alter
Frau Dr.Bölts
Quelle: Fit im Alter

Die Projektteams, die u.a. die Foren des Programms inhaltlich gestalteten, boten den Teilnehmer/innen Gelegenheit, sich über Inhalte und Anforderungen der Qualitätsstandards umfassend zu informieren. Neben einem Informationsstand im Foyer des Wissenschaftszentrums, fanden an beiden Veranstaltungstagen jeweils zwei projektspezifische Foren statt, die von den Projektmitarbeiterinnen moderiert wurden. Die Referenten der Foren gaben Einblick in die Praxis und erläuterten einzelne Kriterien aus den Qualitätsstandards. Im Anschluss an die Beiträge konnten die Teilnehmer/innen Fragen stellen und diskutieren.

Das Forum „Ausgezeichnet verpflegt in Senioreneinrichtungen“ fand am ersten Tag statt. Frau Dr. Bölts stellte darin erstmals die „Qualitätsstandards für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen“ vor. Dieses Forum widmete sich ausschließlich der Vorstellung der Hintergründe, Zielsetzung und den Inhalten der Qualitätsstandards. Gleichzeitig wurden die Struktur und die Kernelemente erklärt. Sie stellen die drei Säulen der Qualitätsstandards dar und geben Anforderungen für eine gesundheitsförderliche Lebensmittelauswahl, für die nähstoffoptimierte Tagesverpflegung sowie die Kommunikation und den Service in Senioreneinrichtungen vor. Die Verpflegung soll in den Senioreneinrichtungen optimiert werden und dabei müssen die Bedarfe und Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren berücksichtigt werden. Dazu gehört nicht nur die Deckung der Energie- und Nährstoffbedarfe sondern auch der Erhalt des Wohlbefindens und der Lebensqualität. Den Maßnahmen bei Mangelernährung kommt ebenfalls eine sehr große Bedeutung zu, deshalb sind in den Qualitätsstandards gesonderte Anforderungen an die Lebensmittelauswahl aufgeführt. Darüberhinaus muss die Verpflegung an mögliche Beeinträchtigungen angepasst werden, um der Mangelernährung entgegen zu wirken. Abgeschlossen wurde der Vortrag mit einer Fragerunde. Es zeigte sich ein sehr positives Stimmungsbild und die Informationen wurden sehr gut angenommen – man hätte schon lange auf diese Qualitätsstandards gewartet denn sie seien dringen nötig. Überzeugt hat die Broschüre „Qualitätsstandards für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen“ auch durch die zahlreichen Praxistipps, „sie ist nicht nur die Basis sondern auch ein Praxisleitfaden“.

Neben den Foren, die am Vormittag des zweiten Veranstaltungstages stattfanden, bot das Programm der DGE-Arbeitstagung weitere informative Vorträge. Mag. Hanni Rützler aus dem Wiener Zukunftsinstitut „futurefoodstudio“ wagte mit ihrem Vortrag „Wo und wie essen wir 2050? Mahlzeiten im Wandel der Zeit“ einen Blick in die kommenden Jahrzehnte. Aktuelle Daten zur Mitarbeiterverpflegung stellte Dr. Cornelie Pfau, Max-Rubner-Institut, Karlsruhe, vor. Zudem wurde eine ökonomische Analyse zur Schulverpflegung von zwei Absolventinnen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Meike Ernestine Tecklenburg und Rowena Alber, vorgestellt.

Expertendiskussionrunde
Quelle: Fit im Alter

Der letzte Programmpunkt der DGE-Arbeitstagung bestand in der Experten-Diskussionsrunde „Qualität zum Nulltarif: Was kostet eine „gesunde“ Ernährung?“, die vom Präsidenten der DGE, Prof. Dr. Peter Stehle, moderiert wurde. Es diskutierten: Doris Schröer, Geschäftsführerin des Mensavereins Else in Wuppertal, der Direktor des Qualitätsmanagements der Compass Group Deutschland GmbH, Roland Brück, Martin Köhler vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Chefredakteur der gv-praxis, Burkard Schmid und Prof. Ulrike Arens-Azevêdo. Alle Teilnehmer/innen der Runde waren der Ansicht, dass für eine hohe Qualität gutes Personal benötigt würde und dieses auch seinen Preis hätte. Burkart Schmid gab zu bedenken: „In der GV-Branche wird derzeit mehr über Geld geredet, als über alles andere – grundsätzlich ist der Gast jedoch bereit, für mehr Qualität auch mehr zu zahlen.“ Martin Köhler brachte es auf den Punkt, indem er sagte, dass alles, was nichts kostet, auch nichts sein könne. Das Fazit von Prof. Arens-Azevêdo: „Mein Wunsch an die Politik: Sozial Schwache sollten Zugang zu einer vollwertigen Ernährung haben – wie alle anderen Menschen auch.“

Im Rahmen der Arbeitstagung wurden zudem die undefinedDGE-Journalistenpreise 2009 verliehen.

Die diesjährige Arbeitstagung widmete sich erstmalig ausschließlich dem Thema „Gemeinschaftsverpflegung“. Die hohe Teilnehmeranzahl, viele Diskussionen während und nach den Vorträgen und Foren sowie angeregte Gespräche zwischen den Teilnehmer/innen, verdeutlichen die Brisanz und den zunehmenden Stellenwert dieses Themas in Ernährungsfachkreisen. Mit einem Blick in die Zukunft wurde mehrfach der Wunsch geäußert, vergleichbare Veranstaltungen in regelmäßigen Abständen zu wiederholen und an den Erfolg der DGE-Arbeitstagung 2009 anzuknüpfen.

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